26.07 - 31.07.2016

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Runter vom Sofa!

2016-07-31 / News

Franziskus ruft zu einer jugendlichen Welle des Aufstandes gegen Bequemlichkeit auf und stellt die Geschwisterlichkeit ohne Grenzen in den Fokus.

Nach den eindrücklichen Zeugnissen dreier junger Menschen aus Paraguay, Syrien und Polen setzte der Hl. Vater an diesen Geschichten an und erklärte die Schlüsse daraus für die 1,5 Millionen Jugendlichen auf dem Feld der Barmherzigkeit (Campus Misericordiae).

So nimmt er etwa Rand Mittris‘ Erinnerung an den Krieg und Terror in Syrien, um nicht nur zum Gebet sondern auch zum Aktivismus aufzurufen. Dieser sei aber keiner, der „Hass mit noch mehr Hass besiegen, die Gewalt mit noch mehr Gewalt besiegen, den Terror mit noch mehr Terror“ bekämpft, sondern er habe nur einen Namen: Brüderlichkeit. Ebendiese sei im Gebet verwirklicht.

Papst Franziskus nannte ein weiteres Problem: „[…]die Angst [kommt] immer mit ihrer “Zwillingsschwester“, der Lähmung […]“.

Als größte Lähmung bezeichnet er die, welche auftrete, wenn man Glück mit dem Sofa verwechsele.

„Ja, zu glauben, dass wir, um glücklich zu sein, ein gutes Sofa brauchen.

Ein Sofa, das uns hilft, es bequem zu haben, ruhig und ganz sicher zu sein.

Ein Sofa – wie jene modernen, die es jetzt gibt, sogar mit einlullenden Massagen

– die uns Stunden der Ruhe garantieren, um uns in die Welt der Videospiele zu begeben

und Stunden vor dem Computer zu verbringen.

Ein Sofa gegen jede Art von Schmerz und Furcht.

Ein Sofa, das uns innerhalb unserer vier Wände bleiben lässt,

ohne uns abzumühen und uns Sorgen zu machen.

Das „Sofa-Glück“ ist wahrscheinlich die lautlose Lähmung,

die uns am meisten schaden kann, denn nach und nach versinken wir,

ohne es zu merken, im Schlaf, sind duselig und benommen, während andere

– vielleicht die lebendigeren, aber nicht die besseren –

für uns über die Zukunft entscheiden.“

(Papst Franziskus)

Und hier setzte er weiter an, um auf ein akutes Problem hinzuweisen, denn „wenn wir die Bequemlichkeit wählen, und das Glück mit dem Konsum verwechseln, dann ist der Preis, den wir bezahlen, sehr, sehr hoch: Wir verlieren die Freiheit.“ Die Lösung des Problems:

„Jesus ist der Herr des Risikos.“

(Papst Franziskus)

Der Schluss von Franziskus war konkret an die Anwesenden gerichtet, da alle von Gott berufen seien.

„Gott erwartet etwas von dir,

Gott will etwas von dir,

Gott wartet auf dich.“

(Papst Franziskus)

Gegenrede könne dem alles nichts anhaben, denn es gebe keine Entschuldigung dafür, nichts zu tun.

Wichtig sei nicht die Vergangenheit eines jeden, nicht die Fehler die man begeht, sondern das Potential, das in einem steckt und das Gott in uns sieht.

Und deshalb solle man Spuren in der Geschichte hinterlassen, wozu uns auch schon Jesus aufgerufen habe.

„Wir Erwachsenen brauchen heute euch, damit ihr uns lehrt,

in der Verschiedenheit, im Dialog zusammenzuleben

und die Vielfalt der Kulturen miteinander

zu teilen nicht wie eine Bedrohung, sondern als eine Chance:

Habt den Mut uns zu lehren, dass es einfacher ist,

Brücken zu bauen, als Mauern zu errichten!“

(Papst Franziskus)

Als sichtbares Zeichen für diesen Appell, der Langzeitwirkung haben soll, gab sich jeder die Hand und visualisierte und realisierte die genannte „Brücke“. Das Bild, als der polnische Präsident Andrzej Duda mit einer Freiwilligen diese symbolische Brücke gebaut hat, wird den Gästen sicherlich in Erinnerung bleiben.

Der Heilige Vater hat die Jugendlichen hörbar erreicht: ein minutenlanger Applaus folgte auf diese Ansprache, die hohe Ziele in einer Zeit setzt, in der friedliche Lösungen der Brüderlichkeit in allen Ecken der Welt gebraucht werden. Papst Franziskus möchte Brückenbauer über Kulturen und Grenzen hinaus und daran erinnerte er auch schon zuvor, indem er mit 6 Jugendlichen aus allen Kontinenten im Papamobil fuhr und sie mit zu seinem Platz nahm, um die Zeremonie hautnah mitzuerleben.

 

Benedikt Rampelt

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