26.07 - 31.07.2016

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Der Heilige Vater: Die Barmherzigkeit hat immer ein junges Gesicht

2016-07-28 / Papież Franciszek


„Wollt ihr die Kraft spüren, die euch in Fülle lebendig macht?“ fragte Papst Franziskus die Versammelten auf der Błonia-Wiese während der Willkommensfeier.

Ein Rucksack für den Papst und Kardinal Dziwisz

Kardinal Stanisław Dziwisz begrüßte den Papst im Namen der königlichen Stadt Krakau, aber vor allem im Namen der auf der Błonia-Wiese versammelten Gemeinschaft der Jugend aus der ganzen Welt. Er wendete sich an den Heiligen Vater als zu demjenigen, der uns im Namen von Jesus Christus versammelte. „Im Vorhaben von Johannes Paul II. stellt die Anwesenheit des Bischofs von Rom ein wichtiges Element dieser großen und unglaublich fröhlichen Seelsorgeinitiatve als Maß der Kirche des neuen Jahrhunderts und des christlichen Glaubens dar“ teilte der Metropolit von Krakau mit.

Einige Jugendlichen gaben dem Papst – dem ersten registrierten Pilger – und Kardinal Dziwisz einen Rucksack, als Zeichen der authentischen Teilnahme an dem 31. Weltjugendtag.

Ein Tanz, der die Gastfreundschaft ausdrückt

Danach wurde es Zeit für den religiös-artistischen Teil, der mit einem symbolischen Tanz begann, welcher die Gastfreundschaft der Stadt Krakaus gegenüber der Jugend aus der ganzen Welt darstellte. Die polnische Gastfreundschaft und Offenheit für die gekommenen Kulturen wurden durch eine sog. Suite einzelner Tänze symbolisiert: Krakowiaka aus Polen, Tango aus Südamerika und indischer und afrikanischer Tanz. Nach einer Weile schlossen sich alle zu einem gemeinsamen Tanz verschiedener Rhytmen und Musik des Krakowiaka Tanzes zusammen. Auf diesen künstlerischen Teil antworteten die Pilger mit großem Applaus.

„Die Tänze, wie Krakowiak oder das argentinische Tango, waren wirklich wunderschön“ sagte Jessica Fong aus Malaysien und gab hinzu, dass man in Polen diese besondere Gastfreundschaft spüren kann. Camilla Koperty aus Frankreich sagte, dass sie täglich auf die polnische Gastfreundschaft trifft. „Alle lachen hier und sind sehr offen“ sagte die Franzosin.

Die Flaggen der Länder der Welt

Auf der Bühne erschienen in Kontinentengruppen die Repräsentanten aller Länder, die zum WJT gekommen sind. Die Vertreter jeder Länder trugen eine Botschaft der Patronen ihrer Länder, die auf ihrer Erde Werke der Barmherzigkeit erbrachten. Auf den Flaggen der asiatischen Länder erschien das Abbild der Seligen Mutter Theresa, bei den Südamerikanern die Selige Irma Dulce, die Europäer trugen den Heiligen Vincent a Paulo, Australien und Oceanien die Heilige Marie MacKillop, Afrika den Heiligen Jozefin Bakhita und Nordamerika den Heiligen Damian De Veuster aus Molokai. Die Kontinente wurden in verschiedenen Sprachen begrüßt, Europa entsprechend in Weißrussisch, Nordamerika in Englisch, Südamerika in Spanisch, Asien in Armenisch, Afrika in Suahili und Australien in Maori.

Die Jugend ist auch zur Heiligkeit eingeladen

Der Kern der Begrüßungszeremonie war der Moment der Lesung des Evangeliums über den Besuch Jesu im Haus von Lazarus, Marta und Maria in Bethanien, einem Tag vor dem Feiertag der Heiligen Marta. Das Evangelium wurde in zwei Versionen vorgelesen, was die Nähe zu der bizantinisch-slowenischen Tradition deutlich machen sollte.

Vor der Lesung gab es eine kurze Animation mit Abbildern der Seligen und Heiligen Märtyrer, welche die Wahrheit über die Barmherzigkeit Gottes entdeckten, annahmen und ihrer Umgebung weitergeben konnten. Unter den Heiligen befanden sich auch die hl. Agnes von Rom, die hl. Königin Jadwiga, der hl. Dominik Savio, die hl. Maria Goretti, der hl. Kizito, der sel. Pier Giorgio Frassati, der sel. Vater Zbigniew Strzałkowski und der sel. Vater Michał Tomaszek, der sel. Jose Sanczez del Rio und die hl. Therese von Lisieux. Diese Märtyrer, die gleichzeitig die Reinheit bewahrten, sollten die Jugendlichen zum Mut und zur Determination ermuntern, zum Schutz des Glaubens und der Heiligkeit. Die Versammelten auf der Błonia-Wiese sahen in der vorbereiteten Visualisierung die Patronen der Barmherzigkeit, die sprachen und hinter dem Bildschirm hervortraten, welche ihre Abbilder darstellten. Sie wanderten auf dem Altar und gaben sich gegenseitig das Evangelium weiter, wonach sie es dem Diakon gaben, der es vorlas.

„Die Kirche schaut auf euch und möchte von euch lernen“

In der Botschaft des Heiligen Vaters drückte er die Sehnsucht aus Johannes Paul II. dafür zu danken, dass er von diesem Impuls für die Jugendlichen träumte und ihn umsetzte. Als er sich an die Jugendlichen wendete, sprach er über das Engagement, die Leidenschaft und Energie, mit der er sein Leben lebte.

„Wenn Jesus das Herz eines jungen Mannes oder einer jungen Frau berührt, dann sind sie zu wirklich großen Sachen bereit“ sagte er zu ihnen.

Der Papst sprach über den Eifer, mit dem die Jugendlichen die Mission aufnehmen und über die Barmherzigkeit, welche immer ein junges Gesicht hat. Er zeigte auf das barmherzige Herz, das ein Schutz für andere sein kann, das Brot mit den Hungrigen zu teilen. Er erinnerte auch an die Jugendlichen, die sich wie Frührentner verhalten.

„Es besorgt mich, wenn ich junge Menschen sehe, die das „Handtuch geworfen haben“, noch vor dem Beginn des Kampfes, den sie aufgenommen haben, noch bevor sie das Spiel begonnen haben, die mit einem traurigen Gesicht gehen, als ob ihr Leben keine Wert hätte“ sagte der Papst. Der Papst stellte den Jugendlichen eine Frage: „Wollt ihr für euer Leben diese fremde Benommenheit, oder wollt ihr auch die Kraft spüren, die euch lebendig und vollkommen macht?“ Der Papst sagte, dass die einzige Antwort auf die Erfüllung und Erneuerung der Kräfte Jesus Christus ist.

Während der Predigt des Heiligen Vaters führte der Heilige Vater einen lebendigen Dialog mit den Pilgern und fragte sie Fragen, auf die er sofort eine Antwort erhielt.

Nach der Begrüßungszeremonie traf sich der Papst kurz mit den Eltern des Verstorbenen Maciek Cieśla, der seiner Krankheit erlag und ein Graphikdesigner des WJT war. Vorgestern sagte er zu den Pilgern vor dem Papstfenster, dass Maciek ein Beispiel für eine Person ist, die „einen guten Lebensweg  gewählt hat“.


Ewelina Słomka, Andżelika Golicz

Übersetzung: Anna Szargiej

Fot. Marcin Mazur

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